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Christian Flierl
, Absolvent des MAZ-Studiengangs Pressefotografie, zeigt seine Arbeit «Die
Schweizer Fussball Nationalmannschaft der Obdachlosen auf dem Zürcher Lettenareal»
im öffentlichen Raum: in der Limmat-Badi Oberen Letten (bis 10. Juli 2006).
Unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialer Stellung erliegen die Menschen
der Faszination des Balls! Fussball verbindet, Fussball begeistert - ganz besonders
auf dem Zürcher Lettenareal, wo dieses Jahr wieder sämtliche Spiele der
Fussball-WM live übertragen werden. Der Obere Letten - ehemals Schauplatz des
Drogenelends, heute urbane Bade-Oase und Lifestyle-Insel, täglich von tausenden
Gästen besucht - verwandelt sich so in eine betörende Fussballarena auf
Zeit.
Dieser Wandel des Areals zur heutigen Nutzung spiegelt sich auch im Inhalt der Fotoarbeit
von Christian Flierl. Ausgestellt werden Fotografien über die Spieler und das
Umfeld der Schweizerischen Nationalmannschaft der Obdachlosen. Fotografiert wurde
das viermonatige Training des Teams und seine Teilnahme an der Fussball-Weltmeisterschaft
für Obdachlose in Göteburg/Schweden. Das Projekt der Fussballmannschaft
der Obdachlosen wurde in der Schweiz vom Strassenmagazin “Surprise“
initiiert und unterstützt drogenabhängige Menschen und Obdachlose bei
ihrer Reintegration in die Gesellschaft.
Die Bilder werden, geplottet auf Vinylplanen in den Grössen zwischen einem
und zwei Metern, entlang der Betonwand des Holzliegesteges am Oberen Letten gezeigt.
Die Körperwelt der Obdachlosen tritt darin in einen spannungsvollen Dialog
mit dem Köperkult in der Letten-Badi und der körperlichen und mentalen
Perfektion der Profi-Fussballer. Zwischen Juni und Juli 2006 wird das Medieninteresse
am Profifussball enorm sein. Diese Arbeit wirft einen Blick auf denselben Sport,
dieselben Hoffnungen, Wünsche und Enttäuschungen, zeigt aber als Spieler
die so genannten Verlierer unserer erfolgsorientierten Gesellschaft.
Christian Flierl realisiert neben seiner Arbeit als Fotograf für diverse nationale
Medien regelmässig eigene Projekte. Christian Flierl lebt in Basel.
Melody Gygax leitet dieses Projekt und ist seit zehn Jahren Bildredaktorin, angestellt
bei der Basler Zeitung, und realisiert daneben regelmässig Projekte, zuletzt
die Videosafari 2005. Wohnsitz in Zürich.
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